Der logopädische Ansatz ist sehr breit gefächert und kann -unabhängig vom Alter- ab Diagnosestellung beginnen.

Sensomotorische Integration

Logopäden sind keineswegs nur auf Sprache fokussiert, sondern arbeiten ebenfalls an der sensomotorischen Integration, die die Wurzeln für die Sprachentwicklung in dem logopädischen Sprachbaum darstellen.

Viele Dup15q Patienten im deutschsprachigen Raum erhalten Logopädie nach Padovan (Kombination motorischer Bewegungsmuster mit Mundprogramm) oder auch Castillo Morales.

Esstherapie

Die häufig zugrundeliegende Hypotonie kann Ess- und Trinkschwierigkeiten im Säuglingsalter verursachen oder aber generell Auswirkungen auf die Mundmotorik haben. Schluckstörungen (Dysphagie), mangelndes Kauen, Essen „hamstern“, Gesichtsempfindlichkeiten all das wird ebenfalls von Logopäden therapiert. Es gibt spezielle Esstherapien oder Essen wird zielgerichtet in die logopädischen Einheiten integriert.

Sprachtherapie

Sprachstörungen bei Dup15q Syndrom sind häufig sehr komplex. Oftmals bedarf es einem interdisziplinären Team, welches auf verschiedenen Ebenen an den Voraussetzungen für die Sprachentwicklung arbeitet.
Ergotherapeuten können die sensorischen Bedürfnisse des Einzelnen vollständig bewerten, Physiotherapeuten an den motorischen Voraussetzungen arbeiten. Verhaltenstherapeuten legen darüber hinaus ein besonderes Augenmerk auf Aktivitäten und Spiele, die für den Einzelnen sehr interessant sind, so dass die Behandlung sowohl auf das Verhalten als auch auf die Kommunikation abzielt.

Ein ABA Therapeut mit BCBA (Board Certified Bavior Analyst) kann dazu beitragen, unerwünschte Verhaltensweisen zu reduzieren, die die Entwicklung von Kommunikationsfähigkeiten beeinträchtigen können.
Die Behandlung sollte in jedem Fall die Eltern und primäre Betreuer einbeziehen, um die Kommunikationsaktivitäten über die Therapieumgebung hinaus auszudehnen.

Empfehlenswert ist auch, sich bereits von Anfang an mit der Unterstützten Kommunikation (UK) auseinanderzusetzen (u.a. PECS, Gebärden, Buzzer, Talker, Eye Tracking).

PECS, GoTalkNow und MetaTalkDE

Das erste Ziel der Therapie sollte die Verbesserung der funktionellen Kommunikation sein. Für einige ist verbale Kommunikation ein realistisches Ziel. Für andere kann das Ziel eine gestische Kommunikation sein. Wieder andere können über ein Symbolsystem wie Bildkarten oder Tafeln kommunizieren. Selbst wenn Sprache ein realistisches Ziel ist, kann UK dennoch hilfreich sein und „macht nichts kaputt“.